Angela Mohr - Ada. Im Anfang war die Finsternis

"Dieser ganze apokalyptische Quatsch ist dir zu Kopf gestiegen, rede ich mir ein. Doch das Gefühl, dass bald etwas Schlimmes passieren wird, verschwindet trotzdem nicht." S. 151

Seiten: 358
Verlag: Arena Verlag

Warum dieses Buch: Ich habe es beim Stöbern im Buchgeschäft gefunden und irgendwie hat mich das Cover so angesprochen, dass ich den Klappentext überflogen habe... und Eines ergab das Andere ;)

Das sagt der Klappentext: Ohne das Dorf gibt es kein Überleben. Draußen lauert das Verderben, und nur im Dorf bist du sicher. Das ist es, woran Ada glaubt - bis Luca auftaucht. Lucas Augen sind wie zwei Brunnen, in die man hineinstürzen kann, und seine verbotenen Geschichten stellen alles in Frage, was Ada zu wissen glaubt. Von ihm erfährt sie: Ihr totgeglaubter Bruder Kassian lebt! Zusammen mit Luca bricht Ada jede Regel, die das Dorf jemals aufgestellt hat. Schließlich geht sie bis zum Äußersten: Sie flieht aus der Gemeinschaft. Sie will ihren Bruder finden. Doch erträgt Ada die Wahrheit, die sie jenseits des Dorfes erwartet?

Das sage ich: Was für ein Tag! Ein Tag, an dem ich eigentlich ganz andere Sachen machen wollte... Dann dachte ich so, dass ich ja lange nicht mehr gelesen habe und dass ich mich doch für ein halbes Stündchen hinsetzen und ein neues Buch anfangen könnte. Ja. Plötzlich war es sechs Stunden später und das neue Buch war ausgelesen.
Ich finde, das gilt schon als erster Pluspunkt für Ada. Im Anfang war die Finsternis.

Ein zweiter Pluspunkt: Es ist eines dieser Bücher, die einen mit einem ganz merkwürdigen Gefühl zurück lassen. Eine Mischung aus Aufgewühltsein wegen der Handlung und ein bisschen Traurigkeit, weil man von dem Buch wieder Abschied nehmen muss.
Eigentlich mag ich das Gefühl gar nicht. Und trotzdem mag ich das irgendwie an Büchern... wenn sie sowas mit einem machen können...

Eigentlich möchte ich viel lieber weiter darüber schreiben, was das Buch in mir bewirkt hat, aber kurz will ich doch auch auf die üblichen Verdächtigen Schreibstil, Figuren eingehen.

Der Schreibstil ist typisch für ein Jugendbuch: Relativ einfach gehalten, geradeso, dass er es schafft die Leser zu fesseln und in die Geschichte mitzureißen. Einfacher Stil ist gut für die Spannung!
Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht verschiedener Figuren erzählt. Auch kein neuer Kunstgriff mehr, aber ich mag das sehr gerne! Dadurch ergeben sich immer so schöne Puzzleteile, die sich im Verlauf der Handlung mehr und mehr zusammen fügen. Das ist hier sehr gut gelungen, finde ich.
Besonders lobend muss ich mich zu dem Prolog äußern, der die Handlung gleich zu Beginn und nur ganz kurz von einer Perspektive beleuchtet, die dann erst in der zweiten Hälfte des Buches wieder vorkommt. Schwierig, hier nicht zu spoilern... Jedenfalls hat mir dieser Aufbau der Geschichte sehr gefallen!

Bei den Figuren will ich mich eher kurz fassen. Die Handlung wird hauptsächlich von den Protagonisten Ada und Luca erzählt und durch die Ich-Perspektive kann man sich gut in sie hineinversetzen und mit ihnen mitfiebern. Ihr Verhalten lässt sich sehr gut nachempfinden, was bei diesem Genre schon auch ab und zu mal nicht der Fall ist...

Mein Fazit zu diesem Buch: Auch wenn das Thema Sekten in einem Jugendbuch eher nach der Sorte Lektüre klingt, die man gezwungen wird in der Schule zu lesen ist Ada doch richtig spannend! Neben der aufwühlenden Geschichte und der eindeutigen Kritik an fragwürdigen religiösen Gruppierungen klingt meiner Meinung nach auch ein bisschen Kritk an der postmodernen Gesellschaft durch.
So gesehen wäre Ada vielleicht doch eine gute Schullektüre, hmmm.
Auf jeden Fall hat mich das Buch unglaublich bewegt und gefesselt, eine gute Kombination und darum gebe ich ohne weitere Worte zu verlieren, fünf Punkte.



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