Michael Theißen - Leons Erbe

"»Spreche ich mit Katja Helmke?« Eine Männerstimme. Mal wieder. »Ja, aber wenn Sie von der Presse sind, nicht mehr lange.« " S.15

Seiten: 220
Verlag: Bastei Entertainment
ebook

Warum dieses Buch: Ich bin zufällig auf Lovelybooks drübergestolpert und obwohl ich eigentlich nicht mehr so bald bei Leserunden und Gewinnspielen mitmachen wollte (aus Zeitgründen und wegen des hohen SuB), hat mich der Klappentext sooo neugierig gemacht, dass ich mein Glück doch versucht habe... Und ich habe gewonnen!

Das sagt der Klappentext: Bei ebooks weiß ich nie, ob ich einen Klappentext schreiben soll. Hier die Inhaltsangabe von Lovelybooks:

Für Katja bricht eine Welt zusammen, als ihr Sohn Leon bei einem Autounfall ums Leben kommt. Es ist der zweite schwere Schicksalsschlag in kurzer Zeit. Erst vor sechs Monaten ist ihre Schwester spurlos verschwunden. Als Katja nach Leons Trauerfeier einen Anruf erhält, überschlagen sich die Ereignisse: Ein Notar ist im Besitz einer Kiste, die Leon seiner Mutter vererbt hat. Als Katja die Kiste öffnet, entdeckt sie darin ein Armband, das ihrer Schwester gehörte. Wie ist ihr Sohn in den Besitz dieses Armbandes gekommen? Und warum hat er es bei einem Notar hinterlegt? Was will Leon seiner Mutter aus dem Tod heraus damit sagen? Für Katja beginnt eine Suche nach der Wahrheit - nichtsahnend, dass sie damit die Tür zu einem dunklen Familiengeheimnis öffnet ... Psycho-Thriller voller "Hochspannung" - die neue Reihe von Bastei Entertainment.

Das sage ich: Auf den ersten Seiten habe ich noch eine Wortwiederholung bemängelt und naserümpfend eine Notiz in mein Heft gemacht. Ich dachte, ich würde den Stift sicher bald wieder brauchen und hab mich auf Schlimmes gefasst gemacht...
Haha, wie naiv war ich doch...

Diese Wortwiederholung zu Beginn (die rückblickend wahrscheinlich eh mehr ein Stilmittel war) ist das Einzige geblieben, was mir negativ aufgefallen ist und ich hatte sie schon während des ersten Kapitels wieder vergessen. Denn von da an baut sich die Spannung dermaßen auf, dass es kaum auszuhalten ist.
Kein Wunder, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen ausgelesen hatte.

Der Sohn ist tot, die Schwester wird vermisst und auf der Suche nach Erklärungen begegnet die Protagonistin und Ich-Erzählerin Katja immer neuen Ungereimtheiten und mysteriösen Figuren.
Vor allem am Anfang hatte ich nach jeder weiteren Seite mindestens eine neue Theorie, wie der Tod der einen und das Verschwinden der anderen Figur nun zu begründen sind und was hinter all diesen Geheimnissen steckt. Übrigens hatte ich mit allen meinen Theorien unrecht. 

Leons Erbe ist sehr leicht zu lesen und verzichtet zugunsten der Spannung auf hochtrabende und verschlungene Sätze. Dieser Stil passt wunderbar zu der Handlung, die auch sehr rasant vorangetrieben wird.
Oft werden banale Beobachtungen oder Tätigkeiten der Figuren beschrieben und ich habe dabei immer das Gefühl gehabt genau in dieser oder jenen banalen Randbemerkung DEN Hinweis auf die nächste Spur zu sehen. Manchmal war das auch der Fall, aber - und das war ganz großartig, denn sonst wäre es ja langweilig geworden - nicht immer!

Was mich doch etwas gewunder hat, war aber das Ende. Das kam ein bisschen plötzlich und war - nachdem die Spannung sich über 200 Seiten lang ins unermessliche gesteigert hatte - etwas zu schnell vorbei. Aber auch wenn das ein etwas merkwürdiges Gefühl bei mir hinterlassen hat, hat das meinem Lesevergnügen im Ganzen keinen Abbruch getan.

Noch eine kleine persönliche Abschlussbermerkung von mir: Bei der Suche der Protagonistin nach Hinweisen hab ich mich immer ganz wunderbar an diese Wimmelbildspiele erinnert, bei denen man auch ganz genau schauen (in diesem Fall: lesen) muss, damit einem kein Hinweis entgeht!
Und ich liebe diese Spiele. Nichtzuletzt deshalb: Fünf Punkte!




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