Emily Murdoch - Wenn ihr uns findet

Seiten: 302
Verlag: Heyne
Originaltitel: If you find me


Warum dieses Buch: Ich weiß es ehrlich nicht mehr. Irgendwann hat mir Lovelybooks oder Amazon das Buch als Empfehlung ausgespuckt, ich hab kurz den Inhalt überflogen und es auf meine Wunschliste gesetzt. Als ich selbige dann bei einer Rebuy-Bestellung abgearbeitet habe, ist es einfach so in den Einkaufswagen gehüpft... Wie das halt so ist...

Das sagt der Klappentext: Schicke Kleider, Jungs, Partys und Schule: Diese Welt ist der fünfzehnjährigen Carey und ihrer jüngeren Schwester Jenessa völlig fremd. Die Geräusche des Waldes, das beengte und doch so vertraute Zusammenleben im Wohnwagen und die oft tagelange Abwesenheit ihrer Mom - das ist der Alltag der Mädchen, die in einem Trailer mitten in einem Naturschutzgebiet leben. Die Tage im Wald finden ein jähes Ende, als ihr Vater die Mädchen zu sich und seiner neuen Familie holt. Doch ihr altes Leben lässt sie noch nicht los.

Das sage ich: Ich sage wow. Wenn ihr uns findet war wirklich von Anfang bis zum Ende spannend.

Wenn ihr uns findet handelt von der Protagonistin Carey, die seit sie vier war mit ihrer kleinen Schwester im Wald lebt. Eher weniger als mehr versorgt von ihrer Mutter, die oft abwesend ist übernimmt Carey die Mutterrolle für ihre Schwester Nessa.

Carey ist es auch, die ihre Geschichte erzählt. Dabei legt sie vor allem im ersten Kapitel wenig Wert auf die korrekte Verwendung der Sprache - worüber sie auch selbst reflektiert und sich in den weiteren Kapiteln zusammenzureißen versucht.
Einerseits ist es sehr gut, dass durch die Auslassung von Endsilben und die generelle Verwendung von Umgangssprache stets verdeutlich wird, von wem man als Leser die Geschichte vermittelt bekommt. Andererseits hat es mich auch gestört, weil es in der deutschen Übersetzung irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes war. Ich bin ziemlich sicher, dass das Bild, das durch ihre Sprache von Carey vermittelt wird viel stimmiger gewesen wäre und ärgere mich sehr, dass ich mich nicht bemüht habe, das Buch im Original zu bekommen.
Ich mochte übrigens diese Art Metaebene die dadurch eingeführt wird, dass sich Carey selbst ermahnt nicht ständig die "t-s" zu vergessen.

Dass man das Buch, wenn man die Möglichkeit hat, besser im Original lesen sollte, habe ich mir übrigens noch öfter gedacht, weil manche Dinge dann mehr Sinn ergeben. Zum Beispiel wird Carey von einer Figur CC genannt - Vermutlich von Clumsey Carey, was in der deutschen Version allerdings "Schussel Carey" heißt. Der Spitzname CC ergibt dann aber keinen Sinn.
Naja, Kleinigkeiten...

Die Figuren sind sehr gut beschrieben und entwickeln sich während des Verlaufs der Handlung. Manche ein bisschen zu schnell, sodass man ihre Entwicklung nicht wirklich beobachten und nachvollziehen kann.
Hätte die Autorin die Entwicklung aber weiter erläutert wäre das Buch noch länger geworden und ich bin nicht sicher ob ich noch mehr Spannung ertragen hätte...

Denn das Buch war - hab ichs vielleicht schon mal erwähnt? ;) - unglaublich spannend! Man fragt sich, was noch alles in Careys Vergangenheit passiert ist, genauso wie man sich fragt was ihr noch alles passieren wird. Eine wichtige Rolle spielt ein Geheimnis, das die Protagonistin mit sich herum schleppt und obwohl man sich gegen Ende schon denken kann, worum es sich handelt, war ich bis zum Schluss nicht sicher, ob ich mit meinen Vermutungen überhaupt recht habe. Wirklich gut geschrieben!

Übrigens ist Wenn ihr uns findet sehr düster (Na, wer hätte das bei der Geschichte vermutet?) und die Stimmung wechselt nur selten.
Alles in Allem ein fünf-Punkte-Buch und eine düstere Leseempfehlung von mir.


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