Ransom Riggs - Miss Peregrine's Home for Peculiar Children

"»He threw up his hands: You know what? I'm sick of fighting about it. Keep whatever you want.« He tossed a sheaf of yellowed papers at my feet. »Here's an itemized schedule of deductions from the year Kennedy was assassinated. Go have it framed!«" S. 48

Seiten: 382
Verlag: Quirk Books


Warum dieses Buch: Ich bin wegen des Covers der deutschen Version schon länger um das Buch herum geschlichen, aber irgendwas hat mich beim Überfliegen des Klappentextes gestört, sodass ich es nie gekauft habe. Dann hab ich das Buch vergessen, die englische Ausgabe gesehen und es mir spontan zu Ostern gewünscht. Und zwar ohne dass ich mitbekommen habe, dass ich die deutsche Version ja schon mal in der Hand hatte.

Das sagt der Klappentext: A mysterious island. An abandoned orphanage. A strange collection of peculiar photographs. It all waits to be discovered in Miss Peregrine's Home for Peculiar Children, an unforgettable novel that mixes fiction and photography in a thrilling reading experience. As our story opens, a horrific family tragedy sets sixteen-year-old Jacob journeying to a remote island off the coast of Wales, where he discovers the crumbling ruins of Miss Peregrine's Home for Peculiar Children. As Jacob explores its decaying bedrooms and hallways, it becomes clear that Miss Peregrine's children were more than just peculiar. They may have been dangerous. They may have been quarantined on a deserted island for good reason. And somehow - impossilbe though it seems - they may still be alive.

Das sage ich: Ooh, ich freue mich so über dieses Buch! Ich wollte schon lange wieder ein Buch lesen, das mich so richtig fesselt, das ich so wenig wie möglich aus der Hand legen möchte und das ich dementsprechend in wenigen Tagen auslese. Endlich habe ich wieder einmal so ein Glück!

Ich finde, Miss Peregrins Home for Peciular Children ist ein ganz besonderes Buch! Das erste, was beim Durchblättern ins Auge sticht und das, was es auch so besonders macht, ist das Zusammenspiel von Text und Bild: Immer wieder sind – und zwar an zur Handlung passenden Stellen – Photos eingefügt. Echte Photos übrigens, die auch tatsächlich aus den Alben irgendwelcher Sammler stammen. Diese Photos sind alt und das beste an ihnen: Sie sind irgendwie gruselig. Meistens ohne wirklich etwas Gruseliges darzustellen. Sie erzeugen eine gewisse Stimmung, die ich nicht richtig beschreiben kann. Ähnlich wie bei Tim Burton Filmen. Und das passt ganz großartig zur Handlung.
Genauso ist es auch mit dem Schreibstil. Die meisten Orte sind so gut beschrieben, dass sie einem ohne gruslig (oder grausig) zu sein eine Gänsehaut bescheren.

 Übrigens bin ich sehr froh, dieses Buch auf Englisch gelesen zu haben. Die Handlung spielt zum Großteil auf einer kleinen walisischen Insel und die Figuren legen unterschiedliche britische Akzente an den Tag, sodass ich mir das als Übersetzung gar nicht vorstellen mag. Jedenfalls hat für mich dieses Detail im Text noch mehr zur wunderbar ausgearbeiteten Stimmung gepasst.
Ich hatte teilweise schon einen richtigen Film vor Augen! Oh ja, dieses Buch würde sich sehr gut zum Verfilmen eignen. Aber gleichzeitig möchte ich gar nicht daran denken, was man dabei alles falsch (das heißt: Nicht zu meiner Zufriedenheit) machen könnte…

Fragt sich schon jemand warum Miss Peregrins Home for Peculiar Children trotzdem  nur vier Sterne von mir bekommen hat? Es ist mir auch sehr schwer gefallen. Aber gegen Ende gab es ein Stück – ein langes Stück – mit dem ich einfach nicht glücklich war. Es hat sich unnötig und unrealistisch in die Länge gezogen. (Mit unrealistisch meine ich hier übrigens, dass die Figuren sich so einfach nicht verhalten würden. Nein. NEIN!). So wie ich es in manchen (gefühlt ALLEN) Filmen nicht aushalte, wenn die Bösewichte – obwohl ihnen der Held eine Waffe an den Kopf hält – noch elend lang herum schwadronieren und Predigen über ihre Bosheit halten … bis dann etwas TOTAL UNVORHERGESEHENES passiert, das den Helden aus dem Konzept bringt und das Ende nochmal hinauszögert. BAH. Braaaaaah.

Und im selben Abschnitt, in dem ich mich an solche Filme erinnert gefühlt habe, hat mich noch etwas gestört. Plötzlich war die genaue und stimmungsvolle Beschreibung dahin und alles war für kurze Zeit nur noch verwirrend. Klar, die Stelle war spannend, für mich aber leider zu wenig beschrieben, als dass ich es mir vernünftig hätte vorstellen können.
Wie gesagt, es ist mir schwer gefallen, diesem Buch nicht die volle Punktezahl zu geben. Aber obwohl es mich im Großen und Ganzen echt begeistert hat, haben mich diese zwanzig Seiten gegen Ende einfach zu sehr genervt.

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