Sabine Both - Ein Sommer ohne uns

"Weil Tom nicht wusste, dass es ein Abenteuer werden sollte. Weil sie nicht wusste, wie ein Abenteuer in das immer Gleiche treten kann. Weil sie nur die sind, die sie sind. Und Tom jetzt verwirrt ist und sie frustriert." S.67

"Entweder sind heute Morgen alle komisch oder es liegt daran, dass Verena sich komisch fühlt, weil es gestern komisch war und ihr deswegen alles und jeder komisch erscheint." S.71

Verlag: Loewe
Seiten: 239

Warum dieses Buch: Ich hatte mal wieder Lust bei einem Gewinnspiel mitzumachen und an einer Leserunde teilzunehmen. Ich habe mich unter anderem für dieses Buch beworben, weil ich das Thema spannend fand und habe gewonnen.

Das sagt der Klappentext: Eine ganz große Liebe und eine Auszeit von der Treue.
Eine offene Beziehung. Für drei Monate. Zwischen Abi und Studium. Sich ausprobieren. Mit anderen. Danach ist alles wieder wie zuvor und Tom und Verena weiterhin ein Paar. Denn sie lieben ich und wollen für immer zusammenbleiben. Doch ist das wirklich so einfach, wie sie es sich vorstellen?

Das sage ich: Ein Sommer ohne uns ist extrem leicht und schnell zu lesen und - trotz der emotional eigentlich aufwühlenden Thematik eher was für Zwischendurch, finde ich...

Joa. Ich kann nicht recht sagen, was mir beim Lesen alles durch den Kopf gegangen ist. Da war von Hass über Liebe und so irgendwie alles dabei. Und eines kann ich mit Sicherheit sagen: Es war spannend. Ich wollte die ganze Zeit über wissen, was als nächstes passiert und wie es ausgeht...

Das mag aber vielleicht auch daran liegen, dass, wenn mans genau nimmt, den Großteil des Buches über nicht besonders viel passiert. Überhaupt passiert eigentlich nicht gerade wahnsinnig viel. Die Nebenhandlungen sind fast interessanter als die Geschichte der Protagonisten selbst.

Ich hatte mir mehr erwartet. Ich hatte einen wilden Sommer voll Gefühlschaos und TeenageDrama erhofft. Stattdessen passiert, was passieren muss einfach furchtbar langsam und das Drama ist ein bisschen vorhersehbar. Anfangs fand ich die Figuren eher unzureichend beschrieben, aber mit der Zeit habe ich mich doch irgendwie mit ihnen identifizieren können. Dass man ihre Gefühle trotzdem nicht so gut nachvollziehen kann (obwohl es eigentlich auch keine besonders große Palette an Gefühlen bei ihnen gibt), liegt meiner Meinung nach am Schreibstil.

Das Buch ist abwechselnd aus der Sicht der weiblichen und des männlichen Hauptfigur geschrieben. Das hat mir sehr gut gefallen und war sehr wichtig für die Geschichte. So konnte ich eben doch etwas Sympathie für die Protagonisten aufbringen können, was der bereits besagte Schreibstil irgendwie nicht so recht zulassen wollte..

Jaaajaaa, der Schreibstil. Lest den Klappentext, so geht es das ganze Buch über. Stellenweise gewöhnt man sich daran, stellenweise ist es super passend, weil dieser Stil die Resignation der Figuren an manchen Punkten einfach perfekt transportieren kann. Aber doch nicht das ganze Buch über... Die kurzen Sätze verhindern, dass man die Charaktere besser kennen lernt und haben mich irgendwie in meinem Lesevergnügen eingeschränkt. Sicher, die spannenden Stellen wurden dadurch irgendwie spannender, die gefühlsgeladenen gefühlsgeladener. Aber dadurch, dass sich dieser Stil auch in den weniger spannenden Stellen findet, wird dieser Effekt wieder relativiert.

Auch wenn mich viele Punkte gestört haben und ich mir eigentlich etwas ganz anderes erwartet hatte, hat mich Ein Sommer ohne uns doch sehr gut unterhalten. Ich war immer neugierig wie es weiter geht und das Ende (DAS ENDE!!!) hat mich richtig mitgerissen. Auch wenn ich einiges daran zu bemängeln habe. Ach, das Ende...

Mein Fazit: Das Buch war im Großen und Ganzen okay, ich finde, man hätte halt viel, viel mehr draus machen können... Aber es war nicht so, als hätte ich es nicht gerne gelesen, darum bekommt es drei Hütchen von mir.




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