Jim C. Hines - Die Goblins

"Pläne waren was für Abenteurer; er zog die goblinübliche Herangehensweise vor. Blinde Panik mochte zwar nicht immer funktionieren, aber wenigstens ersparte sie einem den Planungsstress." S. 284

Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 350
Originaltitel: Goblinquest

Warum dieses Buch: Meine bessere Hälfte hat mir mal die ersten Teile der Reihe mitgebracht. :)

Das sagt der Klappentext: In den Geschichten erfahrener Abenteurer galten Goblins stets als unbedeutende Randerscheinung. Doch ein Goblin sollte alles ändern...
Jig ist ein Goblin. Ein kleiner, schwächlicher Goblin. Eine Tages jedoch fällt er einigen Abenteurern in die Hände, die in seine Heimat eindringen. Sie verlangen, dass er sie zu einem magischen Artefakt führt. Dumm nur, dass sich das Artefakt in den Tiefen eines höchst gefährlichen Höhlensystems befindet, in den Klauen eines Drachen. Um dieser misslichen Lage zu entfliehen, bleibt dem bibbernden Jig nur eine Wahl: er muss zum Helden werden... irgendwie.

Das sage ich: Die Goblins ist ein solider Fantasyroman. Er bringt alles mit, was zu dem klassischen Vertreter dieses Genres gehört: Da wären die üblichen Verdächtigen: Menschen, Zwerge, Elfen, Elben, Goblins, Oger, Trolle und Drachen.

Dann gibt es noch Magie und ein Artefakt das von großer Bedeutung ist. Auch an der Handlung könnte man ein "Wie schreibe ich einen Fantasy Roman"-Ratgeber ableiten: Man nehme einen wenig heldenhaften Protagonisten, werfe ihn irgendwie in eine Gruppe heldenhafterer Figuren und lasse ihn eine Reise antreten, auf der er sich selbst findet und seinen Mut/seine Fähigkeit/ was auch immer entdeckt.

Kennt man alles. So gesehen ist Die Goblins leider nichts Besonderes. Allerdings ist die Hauptfigur aber eben ein Goblin. Und Goblins, wie wir fantasybelesenen Bücherwürmer wissen, sind primitiv und feig und faul. Das macht das Ganze schon ein bisschen spannender.

Was mein Herz letzten Endes allerdings für das Buch begeistern konnte, war die humorvolle Schreibweise. Immer wieder liest man die Gedanken des kleinen Goblins und möchte sich lachend auf dem Boden rollen. Zu Anfang mag der Protagonist höchst unsympathisch wirken, aber zumindest mich konnte er sehr schnell für sich gewinnen.

Generell erinnert das Buch sehr an den kleinen Hobbit, aber der Stil ist doch ein ganz anderer, sodass Die Goblins trotzdem eine eigene Welt erschaffen kann.
Trotzdem hat mir irgendwas gefehlt, auch wenn ich es nicht genau benennen kann. Ich habe mich größtenteils zwar herrlich unterhalten gefühlt, aber stellenweise musste ich einige Seiten mehrmals lesen, weil ich mit den Gedanken woanders war und ein wichtiges Detail überlesen hatte. Das Buch konnte mich also - wenn auch nur stellenweise - nicht so richtig fesseln.
Ich gebe trotzdem vier Punkte und bin gespannt auf Teil zwei!


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