Maggie Stiefvater - Schimmert die Nacht

"Er hatte nicht gehört, was ich gesagt hatte, weil er so damit beschäftigt gewesen war, meiner guten Laune auf der Kücheninsel die Kehle aufzuschlitzen." S. 258

Verlag: script 5
Seiten: 400
Originaltitel: Sinner

Warum dieses Buch: Leider hatte ich zu der Zeit, als ich die Wolves of Mercy Falls-Trilogie gelesen habe, noch keinen Blog. Es ist also nicht dokumentiert WIE viel Spaß ich beim Lesen hatte. Jedenfalls bin ich seitdem ein Fan von Frau Stiefvater. Kurz gesagt, ich musste das Buch haben, auch wenn ich eigentlich mit dem Vorsatz in das Buchgeschäft gegangen bin, keine Bücher zu kaufen. Hat wohl nicht geklappt. So kanns gehen.

Das sagt der Klappentext: Cole St. Clair war ein Rockstar. Berühmt, bewundert und von Tausenden Fans begehrt, bevor er schlagartig aus dem Rampenlicht verschwand.
Isabel weiß, wo Cole sich vor den Augen der Öffentlichkeit verbarg. Sie weiß, dass er sich in einen Wolf verwandelte, um sein bisheriges Leben für immer zu vergessen. Und sie weiß, dass sie ihn niemals wiedersehen darf, wenn sie nicht von Neuem in einen unkontrollierten Strudel ihrer Gefühle gerissen werden will.
Doch nun ist Cole zurück. Um wieder ein Star zu sein. Um ein neues Album aufzunehmen. Und um Isabel zurückzuerobern.

Das sage ich: Schimmert die Nacht ist wie die Wolves of Mercy Falls-Trilogie aus der Sicht der Protagonisten geschrieben. Abwechselnd gibt es Kapitel von Cole und Isabel, die wir aus den Vorgänger-Büchern ja schon kennen. Es findet sich auch der eine oder andere Verweis auf die Figuren der Trilogie, was ich sehr gelungen finde.

Leider ist es schon ziemlich lange her, dass ich die anderen Wolves of Mercy Falls Bücher gelesen habe. Leider konnte ich mich nicht mehr so recht an die Zusammenhänge erinnern. Ich habe mir auch (leider) nicht die Mühe gemacht, die Trilogie vorher noch einmal zu lesen und auch über Schimmert die Nacht selbst habe ich mich vorab nicht informiert.

Vielleicht sind das die Gründe warum ich sehr überrascht war. Ich glaube mich erinnern zu können, dass die Wolves of Mercy Falls-Trilogie sehr spannend war. Weiters glaube ich mich erinnern zu können, dass mir der Schreibstil ab und an ein bisschen zu schwülstig war.

Bei Schimmert die Nacht war aber alles plötzlich genau umgekehrt. Spannung? Najaaa. Also Spannung. Dazu war einfach nicht genug Handlung da. Die meiste Zeit passiert eher wenig. Ich hatte dramatische Verwandlungen und schlimme Konsequenzen erwartet. Doch nichts. Schimmert die Nacht ist einfach "nur" eine Liebesgeschichte. Bis ich das verstanden habe, waren plötzlich 300 Seiten gelesen. 300 Seiten, auf denen tatsächlich nichts passiert außer ein bisschen Rumgezicke und Stimmungstiefs.
An manch einer Stelle macht es den Eindruck, als würde gleich etwas passieren... Ja, es passiert auch was. Aber es ist nicht viel mehr, als wenn der Protagonist vom Gehsteig fällt.

Nach fast 300 Seiten folgt ein Kapitel voll hoch-dramatischem Teenage-Emo-Gesabbel. Und zwar - jetzt haltet euch fest - ein wunder- wunderschönes Emo-Gesabbel! So mitreißend traurig wie ein Independent Film, so schön geschrieben, dass man einen Soundtrack im Ohr hat und seitenweise sein Notizbuch darüber vollkritzeln könnte.

Spätestens da war mir klar, dass Schimmert die Nacht auf etwas ganz anderes hinaus will, als die Wolves of Mercy Falls Trilogie. Es geht um die Figuren und ihr Gefühlsleben, die Werwolf-Geschichte spielt nur eine ganz, ganz untergeordnete Rolle. (Aber keine Sorge, sie kommt vor!)

Man könnte meinen, das Buch wäre dadurch langweilig. Aber der Schreibstil ist so schön, die Figuren so gut beschrieben, dass ich es einfach gern haben musste. Durch die Ich-Form der Erzählung kann man sich gut in die Protagonisten Isabel und Cole hineinversetzen und sie noch schneller ins Herz schließen. Bis auf einen Punkt ließen sich ihre Handlungen und Gefühle gut nachvollziehen und zusammen mit dem tollen Schreibstil war es ein einfach wunderschönes Leseerlebnis.

Fazit: Hätte ich mich vorher informiert oder wäre unvoreingenommener an dieses Leseerlebnis herangegangen, dann hätte ich nicht so viele Seiten damit zugebracht auf eine Werwolfsgeschichte zu warten. Ich hätte mich von anfang an auf die nette Teenager-Liebesgeschichte konzentrieren können und mich nicht ständig fragen müssen, wann denn da noch etwas passiert. Dieser Fehler sollte natürlich nicht in meine Bewertung einfließen, ich gebe dem Buch also vier Punkte für die sympathischen Figuren, die nette Handlung (wenn man sich mit ihr abgefunden hat) und den großartigen Schreibstil. Den fünften Punkt hat es aber wegen fehlender Spannung und der Plattheit, (die vielleicht in der Natur einer solchen Liebesgeschichte a la "Kommen sie zusammen oder schaffen sie es nicht" liegt?), nicht verdient.



Kommentare

  1. Naa
    Ich habe gerade deinen Blog entdeckt und finde ihn ganz toll! Bin gleich mal Follower geworden.
    Von Maggie Stiefvater habe ich noch nichts gelesen. Was nicht ist kann ja noch werden.
    Alles LIebe
    Lena<3 von http://cakebooks-blog.blogspot.de/

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist aber lieb :) Dein Blog gefällt mir auch sehr gut, dem folge ich gleich mal :D

      Und ja, ich finde man sollte Frau Stiefvater unbedingt eine Chance geben. Gerade wenn man das Genre mag kann das nicht schaden!

      Ich wünsch dir eine gute Nacht und alles Liebe!

      Löschen

Kommentar veröffentlichen