James Dashner - Die Auserwählten 1: Im Labyrinth

"Sein neues Leben begann im Stehen, umgeben von kalter Dunkelheit und staubiger Luft" (S. 9)

Verlag: Chicken House
Seiten: 491
Originaltitel: The Maze Runner

Warum dieses Buch: Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zuerst den Film gesehen habe. Und zwar nicht, weil der Trailer so spannend war (naja, auch ein bisschen), sondern weil ich seit Skins ein großer Kaya Scodelario Fan bin...
Tja, der Film war so spannend und das Ende so absurd, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. So dringend, dass ich mir gleich am nächsten Tag die Maze-Runner-Trilogie-Box kaufen musste. So dringend, dass ich keine Zeit hatte, mir die englische Version zu bestellen, die ich eigentlich viel lieber gelesen hätte... Ja. So dringend!

Das sagt der Klappentext: Da ich die Special Edition Box ohne Klappentext gekauft habe, hat mein Buch leider keinen Klappentext. Wer wissen will worum es geht, möge sich zum Beispiel hier schlau machen.

Das sage ich: Eigentlich habe ich überhaupt keine Lust, diese Rezension zu schreiben. Ich will viel lieber den zweiten Teil lesen und endlich (endlich!) wissen, wie es denn nun weiter geht.

Im Vergleich zum Film ist das Buch (natürlich) viel detaillierter erzählt. Viele Passagen wurden im Film einfach gestrichen oder verändert. Ich finde, das Buch wirft einen noch ein bisschen mehr aus dem Konzept und ist dadurch noch spannender. Vor allem das Ende. Das Ende!

Seit zwei Jahren lebt ein Haufen Jungs auf einer Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth in dem böse Monster lauern. Keiner der Teenager hat eine Ahnung, wer er vor diesem Leben gewesen ist, ihre Erinnerungen sind wie ausradiert. Dann kommt Thomas, der Protagonist auf der Lichtung an, und alles wird anders. Obwohl auch er sich an nichts erinnern kann, scheint er sich irgendwie an mehr zu erinnern als die Anderen. Und mit seinem Erscheinen ändern sich plötzlich die Dinge auf der Lichtung...

Man will - wie auch die Figuren selbst - einfach wissen, was hinter diesem ganzen Feldversuch steckt. Das große Ganze erkennen. Da es sich hier aber um den ersten Teil einer Trilogie handelt, ist es wohl wenig überraschend, dass man nach dem Lesen auch nicht weniger große Fragezeichen über dem Kopf hat. Zwischen der ersten und letzten Seite geht es trotzdem ganz schön spannend zu.

Leider ist das Buch nicht besonders gut geschrieben. Allerdings habe ich es auf Deutsch gelesen, das Original legt möglicherweise mehr sprachliche Brillianz an den Tag... Einige Formulierungen im Deutschen klingen jedenfalls sehr holprig und oft unglücklich gewählt, finde ich. Ein bisschen wie ein Schulaufsatz eines aufgeregten Teenagers.
Die Spannung (jetzt fange ich wieder damit an!) und das Konzept der ganzen Geschichte lässt diesen Minuspunkt aber doch ganz gut verblassen. Überhaupt lässt das Konzept - ich kann mich nicht erinnern, schon einmal etwas gelesen zu haben, das diesem Buch ähnlich war - so einiges verblassen.

Ganz so realistisch geht es nämlich nicht zu... Also mal abgesehen von der geschaffenen Welt, denn die muss ja nicht realistisch sein. Aber auch die Figuren verhalten sich meiner Meinung nach teilweise nicht so, wie man sich in so einer Situation verhalten würde.
Würde sich eine Gruppe Jungs im Teenageralter wirklich so verhalten, wenn sie nach zwei Jahren das erste Mal auf ein Mädchen treffen? So gesittet und zivilisiert? Kaum ein blöder Spruch? 
Oder dieser unnatürlich unsympathische, selbstlose Mut, den Thomas da an den Tag legt...
Oder: Plötzlich hängt da ein - von den Läufern gebasteltes - Seil. Wann haben sie das gebastelt? Während sie gegen die Monster gekämpft haben?
Oder: Wie lange kann man brauchen um auf einer Tastatur fünf Worte zu tippen? Offensichtlich lang genug, dass sich der Freund währenddessen einem Kampf auf Leben und Tod stellen kann...

Solche Kleinigkeiten eben...
Trotzalledem fand ich das Buch wirklich richtig gut. Wie gesagt, ich glaube nicht, jemals etwas Vergleichbares gelesen zu haben. Endlch mal etwas Neues und (jaja...) Spannendes!

Wegen der vielen Minuspunkte muss ich zwar einen Punkt aus meiner Bewertung abziehen, aber ich bin immer noch gespannt auf Teil 2!





Kommentare

  1. Hallo,

    keine Ahnung, warum ich noch nicht kommentiert habe. Ich dachte, ich hätte schon. Hab ich natürlich nicht. Welche Schande.

    Maze Runner ist ja eigentlich nicht so mein Beuteschem, aber ich habe die Reihe auch gelesen (und diesen tollen Schuber zu Weihnachten bekommen ♥) und bin begeistert!

    Den Film habe ich noch nicht gesehen und werde damit wohl auch noch warten, weil ich bisher nichts gutes gehört habe. Zumindest dann nicht, wenn die Personen auch die Bücher kannten.

    Das Ende ist wirklich gemein, was war ich happy über meinen Schuber. :D

    Was die Übersetzung angeht, stimme ich dir absolut zu. Ich merke so etwas ja sonst nicht so leicht, aber hier ist mir das auch negativ aufgefallen.

    Beim letzten Oder meinst du die Finalszene, oder?
    Da haben sie meiner Erinnerung nach einfach nicht diesen dämlichen Knopf gefunden, auf den Chuck sie dann hinweisen musste.
    Aber das nur am Rande, ich versteh deine Kritik gut, war aber ähnlich begeister :D

    Grüße,
    Julia

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