Louisa Reid - In deinem Licht und Schatten

"Aber ich würde nicht aufgeben. War ich erst einmal auf der Sturmhöhe oder in Los Angelese, war ich glücklich, dann hing die Realität vierzig Minuten lang irgendwo weit über der Schule, wie ein großer schwarzer Luftballon, der nur darauf wartet, zu platzen, sobald die Glocke für die nächste Stunde läutete" S. 32



Verlag: Fischer FJB
Seiten: 316
Originaltitel: Black Heart Blue

Warum dieses Buch: Zuallervorderst hat mich das Cover sehr angesprochen, als ich dann den Klappentext überflogen habe, war ich überzeugt, es haben zu müssen. Ich meine, es geht schließlich um Zwillingsschwestern... Und mit Büchern zu diesem Thema habe ich wirklich sehr gute Erfahrungen gemacht. Und dann begann die Jagd durch die Buchhandlungen, weil ich beim ersten Mal kein Geld ausgeben wollte und dann aber doch beschlossen hatte das Buch kaufen zu wollen... Nur dass plötzlich keine Buchhandlung mehr das Buch gehabt hat... Schließlich hab ich es aber gefunden. (Jaja, ich hätte es auch im Internet bestellen können, aber es ging mir hier ums Prinzip!)

Das sagt der Klappentext: »Ich tue so, als ob ich ein ganz normales Mädchen wäre, das ganz normale Dinge tut. Zum Beispiel sich verlieben.«
Rebecca und ihre Zwillingsschwestern könnten unterschiedlicher nicht sein: Die eine schön wie im Märchen, die andere hässlich wie die Nacht. Nur eines haben sie gemeinsam: das Elternhaus, in dem Kälte und Gewalt regieren. Seit sie denken können, retten die Schwestern sich gegenseitig vor dem Zorn des Vaters. Bis eine den Ausbruch wagt und die andere zurücklässt. Doch wenn dein Leben die Hölle auf Erden ist, was hast du dann noch zu verlieren?
Alles.

Das sage ich: Endlich wieder einmal ein Buch, das so spannend und fesselnd war, dass ich es (fast) an einem Abend ausgelesen hatte!

In deinem Licht und Schatten beginnt schon so düster, dass es unmöglich wird, das Buch zur Seite zu legen. Von Anfang an will man alle dunklen Geheimnisse aus dem Leben der Protagonistinnen erfahren, die aber nur nach und nach angedeutet werden und sich erst später wie ein Puzzle zusammenfügen.

Im ersten Teil erzählen die Schwestern abwechselnd aus ihrem Leben. Jeweils ein Kapitel aus der Sicht von Rebecca, der "hässlichen" Schwester, die mit einer Fehlbildung des Kopfes geboren wurde, und ein Kapitel aus der Sicht von Hephzibah, ihrem hübschen Zwilling. Beide versuchen auf ihre Art mit der Hölle, die in ihrem Elternhaus vor sich geht, klar zu kommen.
Der Leser bekommt dabei aber nicht alles auf einmal an den Kopf geworfen, die grausamen Geschichten erschließen sich nach und nach.
Der zweite Teil handelt vor allem von Rebeccas Leben und beschäftigt sich mehr mit der Gegenwart, in der die Protagonistin die Vergangenheit bewältigen muss.

Die Spannung wird wirklich von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht erhalten, es gibt keine Durchhänger in diesem Buch. Obwohl Hepzibah mir am Anfang nur wenig sympathisch war, schafft auch sie es dann schnell zu einer Sympathieträgerin zu werden.

Der Schreibstil ist verhältnismäßig nüchtern und kommt ohne blumige Umschreibungen und Schnörkel aus, was perfekt zu der wenig lustigen Thematik passt. Es ist dramatisch und traurig und genauso ist es auch geschrieben.

Es gibt an dem Buch wirklich nichts, dass ich zu bemängeln hätte, daher vergebe ich ohne weitere Worte meine fünf Pünktchen.



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