Lynn Okamoto - Elfen Lied (01)

Verlag: TOKYOPOP
Seiten: 432

Warum dieses Buch: Ich habe keine Ahnung, wie dieses Buch in mein Regal gekommen ist... Ich weiß nicht mal, ob ich überhaupt am Kauf beteiligt war. Irgendwie waren alle Elfen Lied-Mangas immer mehr die meiner besseren Hälfte, aber selbige wurde nicht müde, mich dazu zu überreden, sie auch endlich zu lesen. Nun hat sie es geschafft, und das war gut so!

Das sagt der Klappentext: Das schöne Gesicht des Todes
Lucy ist eine Diclonius - eine Mutantin mit einem scheinbar unstillbaren Hunger zu töten. Trotz höchster Sicherheitsvorkehrungen gelingt ihr eines Tages die Flucht aus dem Forschungslabor, in dem sie untersucht wurde. wenige Tage später finden der Student Kota und seine Cousine Yuka am Strand ein nacktes Mädchen, das scheinbar sein Gedächtnis verloren hat. Sie nehmen sie mit zu sich nach Hause und ahnen nicht, wen sie da bei sich aufgenommen haben...

Das sage ich: Na, dann bin ich mal gespannt ob ich überhaupt noch viel sagen kann. Ich bin nämlich schlicht und einfach begeistert vom ersten Teil von Elfen Lied...

Denn der hat alles, was man sich von einem Manga wünschen kann: Neben wirklich, richtig richtig komischen - ja, fast schon Slap-Stick-, Elementen ("Ich kann ein Mädchen, das nur eine Unterhose anhat nicht so einfach allein lassen" S. 80) finden sich traurige, anzügliche und ziemlich blutrünstig-brutale ("Und jetzt endlich ist der Tag gekommen, an dem ich in diesem Land ganz legal jemanden umbringen darf" S. 78) Stellen.

Die Kapitel sind immer so aufgebaut, dass jedes neue Kapitel mit dem Ende des Vorherigen anfängt... Recherchen haben ergeben, dass das Manga wohl ursprünglich in einer Zeitung erschienen ist (oder so... )... Damit die lieben Leser sich besser erinnern können, was in der letzten Ausgabe stand, wird ihnen also ein bisschen auf die Sprünge geholfen... Sehr sympathisch, und kein Wunder, dass man aus Elfen Lied auch ein Anime gemacht hat. (Notiz an mich: ANSCHAUEN!)

Die Geschichte selbst fängt sehr vielversprechend an. Nahezu jede handelnde Figur scheint eine interessante Hintergrundgeschichte zu haben. Viele davon werden bereits angedeutet, aber keine wird völlig aufgeklärt. So kennt man weder die genaue Herkunftsgeschichte der Protagonistin Lucy/Nyu, noch weiß man, was mit dem Gedächtnis der männlichen Hauptfigur Kota los ist. Wieso kann sich letzterer nicht an den Tod seiner Schwester erinnern? Und wieso (um Gottes Willen) hat er seine arme, liebeskranke Cousine vergessen können...?

So viel in diesem ersten Teil auch passiert, die Spannung bleibt aufrecht... aber sowas von!

Leicht verwirrt hat mich eine eingeschobene Geschichte, die plötzlich auftaucht und überhaupt nichts mit Elfen Lied zu tun hat. Möglicherweise ist das ja eine japanische Eigenart (das ist nämlich immer eine ganz gute Entschuldigung, wenn man über kleine Textstellen irrtümlich zu schnell drübergelesen hat...) Wenn man jedenfalls genau liest, erkennt man schon, dass es sich einfach um ein "Special" handelt, das ein bisschen verloren in der Mitte des Buches wartet... Aber auch das Special ist super, vielleicht ein bisschen zu romantisch-rührselig, aber trotzdem sehr schön...

Grundsätzlich ist die gesamte Handlung des ersten Elfen Lied-Teiles sehr spannend und vielfältig. Neben der sozialkritischen Komponente gibt es auch Teenage-Dramen und (wie bereits erwähnt) rätselhafte Familiengeschichten... und es gibt viel nackte Haut und viel blutrünstigen Meuchelmord.
Ich denke mal, da ist für jeden was dabei, ich finde das Buch jedenfalls ganz, ganz großartig, gebe fünf Hütchen und bin überaus gespannt, wie es weiter gehen wird!!



 

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