Kerstin Pflieger - Die Alchemie der Unsterblichkeit

"»Ich hoffe nur, dass die Blaufeuer zahlreich brennen.«
  »Blaufeuer?« 
»Sie gewähren den Menschen Zuflucht vor den Irrlichtern. Ortschaften werden im Dunklen Territorium nur in der Nähe von Blaufauern gebaut. Erlöschen sie, ziehen wir an einen Ort, der mehr Schutz bietet.«" S. 48

 


Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 282 (ebook)

Warum dieses Buch: Nun, ich habe völlig verzweifelt nach einem Buch mit Sternen auf dem Cover gesucht, um die Buchchallenge 20/14 noch zu schaffen... Leider weiß ich die Adresse des Blogs nicht mehr, auf dem ich über dieses Buch gestolpert bin :( Jedenfalls hab ich mir gedacht, ein Stern ist schließlich besser als keiner und hab es mir aus der Bücherei ausgeborgt...

Das sagt der Klappentext: Den jungen Gelehrten Icherios Ceihn packt die Angst. Niemals zuvor ist er durch diese finsteren Lande gefahren, noch nie hat er ein Irrlicht gesehen. Es ist das Jahr 1771 und Icherios auf dem Weg in den tiefsten Schwarzwald, um eine brutale Mordserie aufzuklären. Im Dorf erwartet ihn schon eine seltsame Ansammlung aus Vampiren, Werwölfen und Menschen, die alles andere als friedfertig ist. Und ein Mord folgt auf den nächsten.

Das sage ich: Nach diesem Buch möchte ich eigentlich sofort die Fortsetzung lesen...
Die Alchemie der Unsterblichkeit ist wirklich mal etwas anderes.

Mit den vielen fabelhaften Wesen wie Vampiren, Werwölfen, Irrlichtern und Worgen handelt es sich zwar um einen Fantasyroman, aber die Leser folgen dem Protagonisten dabei, wie er mit vorerst nur wenig Indizien einen Mörder fangen muss.. Es ist also ein Krimi (denn die Aufklärung des Falles steht doch sehr im Vordergrund), der in einer Fantasywelt spielt. Zwar mag ich noch nicht so fantasy-belesen sein, wie manch andere Menschen, aber mich hat das auf alle Fälle beeindruckt und erfreut. Endlich mal was anderes!

Zwischen den Kapiteln, in denen der Protagonist versucht dem Mörder auf die Schliche zu kommen, sind immer wieder kurze Teile eingeschoben, die - selbstverständlich ohne einen Namen zu nennen - sich um den Mörder hächstselbst und um seine Gedanken drehen. Dadurch wird das Miträtseln (und Mitfiebern) noch interessanter. Und doch erfährt man die meiste Zeit nur so viel, dass es spannend bleibt und man trotzdem noch nicht weiß, wer die gesuchte Person ist.

Durch die hübschen Beschreibungen der Landschaft und so nette Namen wie Icherios oder Dornfelde hat die Autorin es geschafft mich schnell in ihren Bann zu ziehen. Haaaach, das war so ein Buch, bei dem man richtig traurig ist, wenn man es ausgelesen hat. Wo man traurig ist, sich von den lieb gewonnenen Gestalten und ihrer kleinen Welt zu trennen...

Auch ist die Alchemie der Unsterblichkeit endlich mal ein Buch, in dem Ratten nicht schlecht behandelt, sondern als treue Gefährten mit Knopfaugen dargestellt werden, auch das erfreut mich sehr.

Eigentlich würde ich dem Buch sofort fünf Punkte geben, aber leider sind mir doch ein paar Ungereimtheiten aufgefallen, die mich einfach aus dem Lesefluss gerissen haben. So gab es zum Beispiel einige anachronistisch anmutende Stellen...
Und um wieder auf die bereits erwähnten Ratten zurückzukommen: Ratten - ja, auch Kanalratten - kann man doch wohl auch schlecht in der Manteltasche herumtragen, während man gegen riesige, untote Waldtiere kämpft... (also man kann schon, aber ich wage zu bezweifeln, dass sie das mitmachen, geschweige denn überleben würden...)..
Und wenn man sowieso schon Seitenstechen hat, ist es auch nicht so eine gute Idee während des Rennens (nicht laufen: Rennen, weil man sich SO beeilen muss) noch Weisheiten auszutauschen und Diskussionen zu führen...
Eine solche Liste ließe sich auch noch länger fortführen... Dinge wie diese kann ich mir einfach nicht gut vorstellen und ich fühle mich beim Lesen durch so etwas einfach ein bisschen gestört.


Fazit: Ich liebe dieses Buch! Vielleicht hätte es fünf Hüte verdient, wegen ein paar Ungereimtheiten ziehe ich aber trotzdem einen Punkt ab...
Ich empfehle es trotzdem weiter, aber seid gewarnt: Für schwache Nerven ist es nichts... es geht stellenweise doch sehr blutig zu (muhahaha!)...


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