Alexander McCall Smith - Friends, Lovers, Chocolate

"This was one of the reassuring things about Edinburgh; if a person wrote about pyramids and sacred geometry, then the neighbours would know about it. In other cities even such an original might be anonymous." S. 32



Verlag: Abacus
Seiten: 297

Warum dieses Buch: Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mehr wie sich das Buch (übrigens wieder einmal ein Mängelexemplar) seinerzeit in mein Regal verirrt hat. Ich weiß noch, dass ich ein anderes Buch dieser Reihe, "Schottische Katzen kennen den Weg", unbedingt haben wollte (und mir dann irgendwann auch gekauft hab) , weil es in Edinburgh spielt und ich diese Stadt so liebe. Aber wann und warum ich Friends, Lovers, Chocolate gekauft habe.. keine Ahnung...

Das sagt der Klappentext: Isabel Dalhousie thinks often of friends, sometimes of lovers and on occasion of chocolate. As an Edinburgh philosopher she is certain of where she stands. She can review a book called In Praise of Sin with panache and conviction, but real life is... well, perhaps a bit more challenging - particularly when it comes to her feelings for Jamie, a younger man who should have married her niece Cat.
And more disturbance is in store. When Cat takes a break in Italy, Isabel agrees to runher delicatessen. One of the customers, she discovers, has recently had a heart transplant and is now being plagued by memories that cannot be rationally explained and which he feels do not belong to him.
Isabel is intrigued. So intrigued that she finds herself plunging headlong into another risky investigation...

Das sage ich:Was mich ein wenig irritiert hatte, war, dass es so lange keine "Leiche" gab. Irgendwie dacht ich nämlich, hier einen Krimi in der Hand zu haben... Dem war aber nicht so, Friends, Lovers, Chocolate fällt wohl in die Kategorie "Mystery".

Da es der zweite Teil der Isabel Dalhousie Serie ist, war mir auch länger nicht klar, wen ich mit der Protagonistin vor mir habe. Immer wieder war die Rede davon, dass sie schon "älter" sei, aber dass sie in den Vierzigern ist, erfährt man erst nach ca. 40 Seiten. Das ist aber nicht weiter schlimm, Isabel ist sehr symathisch, auch wenn sie ihre Gefühle vielleicht etwas zu gut unter Kontrolle zu haben scheint...
Ihre Rolle als Philosophin nimmt sie vielleicht ein bisschen zu ernst, was zu längeren ethischen Diskursen zwischendurch führt. Man fragt sich, ob sie auch so viel über Rohre nachdenken würde, wenn sie Klemptnerin wäre...
Was hingegen überhaupt nicht passt und im Laufe des Buches immer mehr genervt hat, waren die durch die Ansichten der Protagonistin transportierten Stereotypen. Italiener können keine Vegetarier sein, flirten dafür ständig usw. Mal abgesehen davon, dass das bescheuert ist, finde ich, dass solche Ansichten auch nicht zu einer Philosophin passen, da sie meiner Meinung nach über sowas stehen müsste...
Nun aber genug der Kritikpunkte. Eigentlich mochte ich das Buch sehr gern!

Ich weiß nicht genau woran es lag, ich kann es nicht beschreiben, aber die Stimmung wurde so gut transportiert, dass ich mich richtig ins sommerliche Edinburgh versetzt gefühlt habe.
Die bereits erwähnten philosophischen Auführungen und das Fehlen einer Leiche (weil es ja kein Krimi ist!) führten dazu, dass ich mich anfangs ein bisschen an Jane Austen erinnert fühlte, mit einer Mischung aus De Sade (zwischen den Passagen über Sex). Aber Jane Austen und de Sade... das kann ja nur gut sein :)


Vier von fünf Punkten


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