Alan Bradley - The Sweetness at the Bottom of the Pie

"As I stood outside in Cow Lane it occured to me that Heaven must be a place where the library is open twenty-four hours a day, seven days a week." (S.57f)



Verlag: Bantam Books
Seiten: 384

Warum dieses Buch: The Sweetness at the Bottom of the Pie (deutscher Titel: Mord im Gurkenbeet) ist mir vor ca. zwei Jahren von einer Kollegin empfohlen worden und ist seitdem auf meinem Stapel ungelesener Bücher versumpert...

Das sagt der Klappentext: It is the summer of 1950 - and at the once-grand mansion of Buckshaw - young Flavia de Luce, an aspiring chemist with a passion for poison, is intrigued by a series of inexplicable events: A dead bird is found on the doorstep, a postage stamp bizarrely pinned to its beak. Then, hours later, Flavia finds a man lying in the cucumber patch and watches him as he takes his dying breath. For Flavia, who is both appaled and delighted, life begins in earnest when murder comes to Buckshaw. "This was by far the most interesting thing that had ever happened to me in my entire life."


Das sage ich: The Sweetness at the Bottom of the Pie ist ein Kriminalroman, die Hauptfigur (sozusagen die ermittelnde Detektivin) ein elfjähriges Mädchen namens Flavia.

Im Großen und Ganzen war das Buch spannend, gut geschrieben und nett zu lesen. Stellenweise hat es mich sogar ein bisschen gefesselt. Leider war es gegen Ende ziemlich vorhersehbar und das Ende selbst empfand ich als etwas übertrieben. Mit den zahlreichen Chemiereferenzen konnte ich leider überhaupt nichts anfangen, die habens also auch nicht geschafft mich zu überzeugen.

Was mich allerdings am allermeisten gestört hat war die unglaublich unsympathische Protagonistin. Eine elfjährige Halbwaise ohne Freunde und ohne Mitgefühl für andere, die aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen ihre ganze Familie nicht zu mögen scheint und außerdem noch überheblich und altklug ist. Da die Geschichte aus Flavias Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben ist, hat man keine Chance ihr zu entkommen oder in anderen Figuren Sympathieträger zu finden, da die Gute ja an kaum jemandem ein gutes Haar lässt.
Die Beziehung zwischen den Figuren wird meiner Meinung nach auch nur unzureichend beschrieben. Da erfährt man ausführlich, wie sehr sie sich nicht mögen, aber es gibt keine Begründung, was das Ganze zum einen ziemlich unrealistisch und unausgereift erscheinen lässt und es zum anderen noch schwieriger macht, Sympathie für die Protagonistin aufzubringen, da sie ihre Mitmenschen offensichtlich ohne Anlass verurteilt. Dann freut sie sich auch noch über die Leiche in ihrem Gurkenbeet und damit reicht es dann wirklich.

Auch sonst gab es beim Lesen einige Kleinigkeiten, die mich einfach gestört haben. Ein Zeitungsartikel, der wie eine Kurzgeschichte geschrieben ist, oder ein in die Länge gezogenes Vater-Tochter-Gespräch, wenn man sich eigentlich beeilen sollte usw. usw.

Fazit: The Sweetness at the Bottom of the Pie war als Krimi an sich schon recht spannend, leider hat es sonst aber seine Schwächen, vor allem was die Figuren angeht.
Daher gebe ich nur drei von fünf Punkten




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