Maggie Stiefvater - The Dream Thieves (02)

"You'd talk about this with your grandmother? I cannot possibly imagine discussing my dating life with mine. She's a lovely woman, I suppose. If you like them bald and racist." (S. 105)



Verlag: Scholastic UK Ltd.
Seiten: 464

Warum dieses Buch: Der erste Teil der Reihe, Wen der Rabe ruft, hat mich soo gefesselt, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe, bis der zweite Teil auf deutsch erscheint. Darum hab ich ihn auf Englisch gelesen. *klick* für die Rezension von Teil 1

Das sagt der Klappentext: Blue didn't mean to fall for the Raven Boys, but she has - and the more her life entwines with theirs, the more dangerous it becomes.
Ronan is the most dangerous of all.
He's the haunted one, the darkest, the most raven.
His dreams invade reality and confuse what is true.
With magic grwoing stronger around them, now is a time to be wary. Before everything unravels... Friendships will be tested. Someone will get hurt.
And a kiss will be shared.

Das sage ich: Da es sich um den zweiten Teil einer Reihe handelt, kann es sein, dass in der Rezension Spoiler vorkommen werden. Seid euch dessen bewusst, wenn ihr weiterlest.

Ich muss sagen, ich finde den Stil der Autorin richtig gut. Im Englischen Original wurde mir das noch mehr bewusst, als in der Übersetzung. Sie schafft es, eine schöne magische Atmosphäre zu kreieren und das Ganze zwischendurch mit Witzen aufzulockern, sodass es nicht in coelhohaften Grausamkeiten ausartet. Außerdem finden sich in Wen der Rabe ruft und The Dream Thieves schöne Referenzen zu alten Sprachen und guter Musik, die mein alternatives Geisteswissenschaftlerherz höher schlagen lassen.

The Dream Thieves hat mich außerdem genauso gefesselt wie Wen der Rabe ruft. Die Andeutungen von Magie, die immer wieder Fragen aufwerfen, die dann zu einem späteren Zeitpunkt (meistens) beantwortet werden, herrlich!

Schade fand ich es, dass meiner Lieblingsfigur Blue nur eine verhältnismäßig kleine Rolle in diesem Teil zukommt. Die Hauptfiguren sind hier eindeutig Ronan und Adam. Sehr schade, denn die sich anbahnende Liebesgeschichte ist so schön beschrieben...

Dann gab es noch ein paar Dinge vor, die mich verwirrt haben: Orla hatte ich mir (vielleicht ein Fehler meinerseits) als irgendeine Verwandte Blues in fortgeschrittenem Alter vorgestellt, die bei Blue zuhause wohnt. Hier wird aber klar, dass es Blues Cousine ist, die wohl im Alter näher an Blue als an Blues Mutter Maura herankommt.
Außerdem fand ich es verstörend, dass ein Mädchen von 1,50m einen Autoreifen aus einem drei Meter tiefen See tauchen kann, ihn sich unter einen Arm klemmt und sich mit dem anderen zurück auf ein Boot hangelt. Oder mit dem Autoreifen unter dem Arm Fahrrad fährt. Sind in meiner Vorstellungen Autoreifen denn schwerer als in Wirklichkeit? Jedenfalls konnte ich mir diese Autoreifenszenen nur sehr schlecht vorstellen, was die Großartigkeit des Leseerlebnisses an diesen Stellen irgendwie geschmälert hat.

Und dann gab es noch einen Punkt, die das Leseerlebnis beeinträchtigt haben. Einige Stellen erschienen mir ein bisschen zu übertrieben. Dieses Gefühl hatte ich auch schon im ersten Teil. Die unerklärliche Magie, wundersame Erscheinungen, Visionen und Fähigkeiten und auch Rituale finde ich ganz großartig, aber sobald furchtbare Dämonen, Monster oder Teufel gegeneinander kämpfen, finde ich, macht das diese magische Atmosphäre kaputt. Und in diesem Fall hat die Autorin diese Szenen am Ende auch noch unnötig in die Länge gezogen.
Ich hätte mir irgendwie ein bisschen ein anderes Ende gewünscht. Das Ende, das ich im Kopf hätte, wäre vielleicht weniger spannend und eine Spur zu komisch gewesen. Besser gefallen hätte es mir trotzdem. Leider kann ich das jetzt wirklich nicht schreiben, das wäre zu viel des Spoilers.

Alles in allem hat mir das Buch schon gefallen, es bekommt vier Hexenhüte und ich freue mich auf den dritten Teil.



Nachtrag: Ein Wort noch zur Covergestaltung. Ich komme einfach nicht drumherum zu bemerken, wie grausam das Cover der Originalversionen im Vergleich zum deutschen Cover von Wen der Rabe ruft ist. Während letzteres den Ort des Geschehens ein bisschen veranschaulicht und einen schaurig schönen Wald mit hübschen Farbspielen abbildet ist die weiß-schwarz-rote Katastrophe auf dem englischen Cover verhältnismäßig nichtssagend. Gut, der Typ soll wohl Ronan sein und auf dem Cover des ersten Teils ist ein Rabe drauf. Ergibt schon Sinn, wird dadurch aber trotzdem nicht schöner!


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