Caragh O'Brien - der weg der gefallenen sterne (03)

"Dieses dämliche Mädchen. Wenn sie jetzt an Blutverlust stirbt, bring ich sie um." S.330




Verlag: Heyne
Seiten: 350
Originaltitel: Promised

Warum dieses Buch: der weg der gefallenen sterne ist der dritte Teil der Brithmarked Trilogie von Caragh O'Brien. Der erste Teil war sehr spannend, da mir der zweite aber nicht so gut gefallen hat, habe ich gewartet, bis der dritte Teil als Taschenbuch erschienen ist. (*klick* zum ersten Teil, *klick* zum zweiten Teil)

Das sagt der Klappentext: Für die junge Gaia gibt es neue Hoffnung: Sie führt eine tapfere Schar von Männern und Frauen zur Stadt hinter der Mauer, um dort um Hilfe zu bitten. Doch der Weg ist voller Gefahren, und die Antwort auf ihre Bitte ungewiss...

Das sage ich: Da es sich um den dritten Teil einer Reihe handelt, kann ich nicht versprechen, dass ich in der Rezension ohne Spoiler auskomme. Also weiterlesen auf eigene Gefahr...

Anfangs hat sich das Buch für mich etwas gezogen. Ich konnte mich nicht richtig drauf einlassen, bin einfach nicht darauf reingekippt. Mir sind viel eher die - zum Glück nur sporadisch auftretenden - übertrieben geschwollenen Sätze und Worte wie "hopfengeschwängert" aufgefallen und auf die Nerven gegangen. (Ein weiteres Beispiel: "Er machte einen Schritt auf sie zu, in die unsichtbare Barriere hinein, die einen Sprung bekam und sich in viele schmerzhafte Scherben auflöste." S. 17 brah.) Ich habe mich insgeheim auch lange darüber lustig gemacht, dass Gaia ihren BEWUSSTLOSEN Bruder ansieht und feststellt, dass er die Augen ihrer Mutter hat. Soso. Wie macht sie das denn? 


Ab Seite hundert konnte mich die Geschichte aber plötzlich doch fesseln und obwohl sie ihre Durchhänger hatte, hat sie mich am Ende zu Tränen gerührt. Und das ist mir lange nicht mehr passiert. Jetzt werde ich rot. Ähem.

Vereinzelt gab es auch nach Seite 100 noch Dinge, die mich gestört haben. Die Charakterzeichnungen sind ja im Allgemeinen in allen drei Teilen recht stimmig, dann passieren aber plötzlich Sachen, die einfach undurchdacht und fehlerhaft erscheinen (wie auch der bereits erwähnte Röntgenblick Gaias, als sie ihrem bewusstlosen Bruder in die Augen schaut). Es gibt zum Beispiel eine Szene, in der Gaia das erste Mal seit langer Zeit zum ersten Mal wieder lacht. Schön für sie, aber ich fand es etwas unpassend, dass das gerade in dem Moment geschieht, als sie erfährt dass ihre große Liebe gefangen genommen worden ist und wahrscheinlich gerade grob und grausam gefoltert wird...

Wie auch in den beiden ersten Teilen hat mich die Twilight-Bellahafte Dummheit der Protagonistin etwas gestört. Für diesen Teil spricht allerdings, dass ihr ihre eigene Dummheit immerhin selbst auffällt. Das macht sie für mich nur noch sympathischer, denn dass sich etwas, was man gerade noch für eine gute Idee gehalten hat, am Ende als Dummheit erweist, kommt mir nur allzu bekannt vor...

Lobend möchte ich noch das Ende erwähnen. Da ich gerade erst eine andere Trilogie beendet habe, deren langweiliges Ende eigene Bände füllen würde, war ich total erfreut von dem kurzen und prägnanten Ende in der weg der gefallenen sterne. Kein übertriebener Schmalz und Graus, keine ewiglichen Beschreibungen eines großen Glücks oder Lamentieren über schreckliche Verluste. Nein, kurz, schmerzlos und trotzdem schööön!

Ich bin eigentlich hin- und hergerissen, ob ich dem Buch vier oder fünf Hexenhüte geben soll. Tatsächlich hat es mich eben nicht von Anfang bis zum Ende gefesselt und ein paar Sachen haben mich - wie beschrieben - gestört. Aber so lange hat es kein Buch mehr geschafft, dass ich fast losheulen musste... Und das musste ich. Darum bin ich heute großzügig: Fünf Hüte!









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