J.R.R. Tolkien - Der kleine Hobbit

"Es geht nichts über das Suchen, wenn man etwas finden will" S. 81




Verlag: Ccilie Dressler Verlag
Seiten: 394

Warum dieses Buch: Ich habe das Buch für die Buchchallenge 20/14 als Punkt 1. Ein Buch aus deiner Kindheit gelesen. Ich hab das Buch als ich ungefähr 9 war von einer lieben Person bekommen, die mir eigentlich nur sehr selten Bücher mitgebracht hat. Es muss also schon etwas besonderes gewesen sein, dass sie befunden hat, das wäre etwas für mich. Ich weiß noch, dass mir das Buch leider nicht so recht gefallen hat. Ich fand es schwer zu lesen. Eigentlich weiß ich nicht mal, ob ich es fertig gelesen habe. Jedenfalls muss ich es irgendwann hergegeben haben, denn als ich Jahre später versucht habe mich mit der ganzen Herr-der-Ringe-Thematik anzufreunden, hab ich es nicht mehr gefunden. Und irgendwie fand ich das dann sehr traurig, weil es doch ein Geschenk war und ich es mit dieser Person verbunden hab...Und dann kam die Challenge... Ich habe sofort an das Buch gedacht, weil ich gerade keine Lust auf Riesenschrift-Kinderbücher hatte. Allerdings, Buch-Nerd, der ich bin, wollte ich unbedingt GENAU DIE Ausgabe haben, die ich damals hatte, und hergegeben habe. Schließlich bin ich fündig geworden :) Die Ausgabe ist aus 1995 und bebildert. Beachtet bitte außerdem die alte Rechtschreibung, gleich am Klappentext... dass mit ß =)

Das sagt der Klappentext: Bilbo Beutlin ist niemand, der das Abenteuer sucht. Denn Bilbo Beutlin ist ein Hobbit, und so ein Hobbit sitzt am liebsten in seiner gemütlichen Höhle und will zwischen den Mahlzeiten seine Ruhe haben. Um so erstaunlicher, daß Bilbo sich nahezu freiwillig zusammen mit dreizehn Zwergen auf die gefahrvolle Reise nach Dal begibt, um den Goldschatz der Zwerge aus den Klauen des Drchen zu befreien...
DER KLEINE HOBBIT ist die Vorgeschichte zu DER HERR DER RINGE, aber auch in sich eine eigenständige wundervolle Erzählung. Für seine Illustrationen wurde Klaus Ensikat mit dem "Premio Grafico Fiera di Bologna" ausgezeichnet.

Das sage ich: Nun gut, es ist vielleicht nicht von großem Nutzen, ein Buch zu rezensieren, dass die halbe Welt wohl schon gelesen und obendrein zu zwei Drittel als Film gesehen hat. Den einen oder anderen interessiert vielleicht meine persönliche Meinung, aber ich werde hauptsächlich darüber sinnieren, warum mich das Buch als Kind nicht fesseln konnte und was ich im Allgemeinen von der Herr-der-Ringe-Hysterie und den Verfilmungen halte.

Also erst einmal muss ich dem Buch ein großes Lob ausprechen. Ich konnte mich nie so recht mit der besagten Herr-der-Ringe-Hysterie anfreunden. Schon fand ich die Filme recht spannend, aber dass man jedes Mal ein Jahr auf den nächsten Teil warten musste, hat für mich alles kaputt gemacht. Mein Gedächtnis funktioniert anscheinend anders, als das des Durchschnitt-Kinogängers. Ich kann mich nach einem Jahr nicht mehr an den Film vor einem Jahr erinnern, für Double und Triple und wasweißich-Features hatte ich weder die Zeit noch das Geld. So war die ganze Geschichte für mich auf der Leinwand einfach viel zu verwirrend, was mich wiederum so sehr aufgeregt hat, dass ich den Pathos darin hauptsächlich lächerlich gefunden hab. Für mich war das eine riesengroße Geldmacherei und obwohl ich die drei Herr-der-Ringe Bücher zuhause herumstehen hatte - die waren natürlich auch wieder ein Geschenk - wollte ich sie wegen der Filme schon gleich gar nicht in die Hand nehmen.

Trotzdem hatte ich so motivierte Freunde, dass ich mich nicht wehren konnte, in jeden Teil von Herr der Ringe gezerrt zu werden. (Mit dem Hobbit war das übrigens nicht anders.) Ich habe sogar in einer historisch denkwürdigen Nacht alle drei Teile durchgehalten. Aber auch das hat mich nicht so recht überzeugt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hätte die Bücher wohl doch in die Hand nehmen sollen. Der kleine Hobbit hat mich davon ziemlich überzeugt. Besonders nett fand ich die Art, wie sich der Erzähler immer wieder selbst einbringt...
Ich habe den Eindruck, dass das Buch wesentlich geradliniger ist, als der Film, der sich krampfhaft abmüht Verweise zu den so erfolgreichen Herr der Ringe-Filmen herzustellen. Außerdem ist Der kleine Hobbit ein Kinderbuch und obwohl auch Köpfe rollen, ist im Film - vielleicht deshalb - einiges geändert worden. Ich fands ja sehr schade, dass die Bärte und Mützen der Zwerge im Film nicht so bunt sind... und das Gandalf eigentlich eher klein ist, zwar größer als Hobbit und Zwerge, aber grundsätzlich ein kleines Männchen.
Überflüssig zu sagen, dass ich es außerdem katastrophal fand, dass ein einzelnes Buch auf drei Filme mit Überlänge aufgebläht wird...  Na, wenigstens ist Gollum meiner Meinung nach sehr gut getroffen :)



Jedenfalls, obwohl der kleine Hobbit ein Kinderbuch ist, konnte ich mich als Kind nicht damit anfreunden. Ich weiß nicht mehr, was der Grund gewesen ist, kann mir aber vorstellen, dass die doch etwas antiquierte Sprache (das Buch wurde 1937 geschrieben) zu schwer für mich war. Dass es (vor allem für ein Kind), keine richtige Identifikationsfigur gibt, mag erschwerend hinzugekommen sein. Kein Kind, das ich zu der Zeit kannte, hätte sich mit einem spießigen, faulen, alten Hobbit identifizieren können. Über diesen Anfang zu der Stelle zu kommen, an welcher der Hobbit beginnt sich zu einem Helden zu entwickeln, habe ich damals leider nicht geschafft.
Außerdem hatte ich sogar heute noch das Problem, dass ich mir die ausführlichen geographischen Beschreibungen sehr schlecht vorstellen konnte. Da habe ich gerade ein Bild von einem engen Pfad zwischen hohen Felsen, als plötzlich die Rede auf einen Fluss kommt, der neben dem Pfad fließt. Hä? Wo denn bitte? Leider geht das dann nicht mehr in meinen Kopf hinein. Irgendwann habe ich mir angewöhnt, das zu ignorieren - dann hat sich die Szenerie in meiner Vorstellung halt innerhalb weniger Momente komplett geändert. Nichts worüber man sich Sorgen machen müsste. Trotzdem ist das der einzige Punkt, der das Lesevergnügen ein bisschen geschmälert hat und weshalb ich von fünf nur vier Hexenhüte vergebe:

 



 Um ein bisschen mehr Leben in meinen Blog zu bringen hier ein paar Fragen an alle, die es tatsächlich bis hierher geschafft haben: Habt ihr das Buch gelesen? Wie hat es euch gefallen? Und wie fandet ihr es im Vergleich zum Film?

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