Jonas Jonasson - Die Analphabetin, die rechnen konnte.

"Wer glaubt, dass er noch nicht genug Probleme im Leben hat, der schaffe sich in Schweden ein Säugetier an, ein paar Stunden vor dem Heimflug auf die andere Seite des Erdballs, und bestehe darauf, dass dieses Tier auf jeden Fall mitfliegen muss." S. 416



Verlag: Carl's Books
Seiten: 448

Warum dieses Buch: Weil ich schon von Jonasons erstem Buch, Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand - wie so viele andere Leute auch - ziemlich begeistert war. Darum hab ich das Buch dann zu Weihnachten bekommen. Außerdem ist Jonasson Schwede und als alte Skandinavistin darf ich mir das nicht entgehen lassen. Hab ich beschlossen. Ähem.

Das sagt der Klappentext: Mit fünf fing sie an zu arbeiten, mit zehn wurde sie Waise, mit fünfzehn von einem Auto überfahren. Im Grunde deutet alles darauf hin, dass Nombeko ihr Dasein in ihrer Hütte im größten Slum Südafrikas fristen und sehr früh sterben würde. Wenn sie nicht die gewesen wäre, die sie war - aber die war sie eben: Nombeko war die Analphabetin, die rechnen konnte. 
Der neue Roman von Jonas Jonasson - so originell, verrückt und liebenswert wie "Der Hundertjährige" 


Das sage ich: Zuallererst muss ich sagen, dass es mir bei diesem Buch komischerweise sehr schwer fällt, etwas sinnvolles auf den Bildschirm zu bringen. Ich habe kaum Notizen gemacht, weil ich mit Lesen zu beschäftigt war...
Man merkt jedenfalls schon bei der ersten Seite, dass Jonasson den Schreibstil aus seinem ersten Roman bewahrt hat. Das Buch liest sich sehr leicht und flüssig und das ist auch gut so: Denn die Geschichte erzählt , wie der Hundertjährige auch, von einem ganzen Leben.

Es gibt eigentlich kaum etwas bis gar nichts, was mich an dem Buch stört. Zu anfangs fand ich es noch schade, dass das Buch gar so viel Ähnlichkeit mit dem Hundertjährigen hat. Im Grunde sind kaum neue Ideen verarbeitet worden. Der Anfang der Handlung wurde in ein anderes Land gelegt und die Charaktere wurden ausgetauscht. Aber die wesentlichen Themenbereiche, die sich im Hundertjährigen finden, finden sich auch in der Analphabetin. Aber das hat mich eben nur am Anfang gestört. Ich habe beim Lesen mal wieder so viel gelacht, dass es gegen Ende völlig unerheblich wurde, dass man ständig Ähnlichkeiten zum Debutroman Jonasons findet. 

Die Charaktere sind sehr ausführlich beschrieben, alle mit ihrer eigenen kleinen Lebensgeschichte, was sie ausgesprochen liebenswert macht. Sogar die, die eigentlich auf der "anderen Seite stehen und ziemlich böse sind" oder den Protagnoisten ständig die Tour vermasseln, sind meistens ganz zuckersüß. 

Was mir am besten gefallen hat, war, dass die Figuren selbst in den schlimmsten Situationen - wenn sie zum Beispiel mit einer Waffe bedroht werden - noch ihren Humor behalten. Es ist mir schon klar, dass es sich um ein Buch handelt und NICHT um das echte Leben. Und trotzdem gibt einem (mir, ähem) dieses Buch das Gefühl, dass es gar nicht notwendig ist, das Leben und auch alles andere gar so ernst zu nehmen. Dass man vielmehr bewaffnet mit einer Portion Humor und ein wenig Stoizismus an die Sachen herangehen sollte. Denn was man nicht ändern kann, kann man nunmal nicht ändern, da kann man lamentieren so viel man möchte. 
Und wenn ICH so eine "Lehre" aus einem Buch ziehen kann, dann will das was heißen. 
Also ich kann die Analphabetin, die rechnen konnte, wärmstens empfehlen.

Fünf von Fünf Punkten!



Puh. Da hab ich es also doch geschafft, mir eine Rezension aus den Fingern zu saugen. Ich bin überrascht und freue mich : )

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