Antje Babendererde - Isegrim

Verlag: Arena
Seiten: 410



Das sagt der Klappentext: Der Wald ist Jolas Refugium. Hier kennt sie jeden Winkel, jeden Baum, jedes Tier. Hier ist sie weit weg von ihrer überängstlichen Mutter, der erdrückenden Enge in ihrem Heimatdorf und ihrem besitzergreifenden Freund. Doch seit einiger Zeit fühlt Jola sich beobachtet. Irgendjemand treibt im Wald sein Unwesen, folgt ihr und macht ihr Angst. Als sie auf den mysteriösen Olek trifft, der sie auf seltsame Weise fasziniert, scheint das Rätsel gelöst.
Erst nach und nach offenbart der Wald seine dunklen Geheimnisse. Und Jola wird eingeholt von einem furchtbaren Verbrechen, das sie seit fünf Jahren zu vergessen versucht.

Das sage ich:



Mit dem Thema - Wölfe und das Leben im Wald - hat Isegrim bei mir aber auch wirklich ins Schwarze getroffen. Ich wollte schon als Kind viel lieber im Wald leben, als am Großstadtrand. =) Schon das Cover hat gereicht, dass ich dieses Buch haben wollte...Immerhin ist ein Wolf drauf, und Wölfe hatte ich schon immer gern! Meine halbe Jugend hab ich mit Wolfsreferaten verbracht...

Am Anfang hatte ich dann aber doch den Eindruck, dass das überhaupt kein Buch für mich wäre. Ich hatte meine Schwierigkeiten mit der Hauptfigur und der Erzählperspektive. Isegrim ist aus Sicht der Protagonistin Jola, also in der Ich-Perspektive geschrieben; und anfangs war mir die gute Jola noch völlig unsympathisch. Ich habe sie als verwöhntes, zickiges, ständig übelgelauntes und eingebildetes ("uuuuh, ich bin so cool, weil ich ständig im Wald herumhänge, ihr Assis") Gör empfunden. Es hat ein bisschen gedauert, aber vielleicht hundert Seiten später hatte sich meine Meinung von ihr um 180 Grad geändert: Die Zeichnung dieser Figur (und auch der anderen) ist richtig stimmig. Alles was sie tut und mag passt einfach 100% zu ihr. Auch wenn es Momente gab, an denen ich sie am liebsten angeschrien hätte. Ähnlich wie in einem Horrorfilm "Geh da nicht rein, da wartet der Mördeeeeer" oder so ähnlich.

Ich fand es wirklich großartig, wie sich die Handlungsfäden nach und nach zu einer großen Geschichte gefügt haben und man, durch einen Wechsel der Erzählperspektive an den Enden mancher Kapitel immer das Gefühl bekommt, irgendetwas bedrohliches würde bald Bahn brechen... Also die Spannung hält sich durchgehend sehr gut, nur in der Mitte gab es eine kurze Passage in der länger nichts passiert ist.

Gut war auch, dass es sehr lange gedauert hat, bis tatsächlich klar wird, wer gut und wer böse ist, in der Geschichte. Das Ende hat mir auch sehr gut gefallen, aber dazu schreib ich jetzt mal nicht so viel, damit ich niemandem die Spannung nehme...

Womit ich mich nicht wohl gefühlt habe waren die komischen Beschreibungen von Küssen und Sex. Zu detailliert, zu oft, zu geschwollen. Ich bin schon groß, ich weiß, wie das geht, ich brauche das nicht ausgeführt zu bekommen, danke
Man könnte außerdem meinen, Google hätte dieses Buch gesponsort, weil die Protagonistin ständig am "googelen" ist ;) Aber da ich das Wort selbst viel verwende (googelen, haha!) war das auch irgendwie okay.
ich schwanke also zwischen vier und fünf Hexenhüten.
und gebe einfach mal vier, weil ich so lange gebraucht habe mich an den Erzählstil und an die Protagonistin zu gewöhnen.




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